Darum achteten die Kaiser extrem darauf, dass dieses System immer funktionierte. Neben Essen waren auch die Spiele sehr wichtig. Es gab ständig Wagenrennen, Gladiatorenkämpfe, Theater und Feste. Der wichtigste Ort dafür war der Circus Maximus. Wenn dort Rennen waren, war die ganze Stadt total begeistert. Die Leute hatten Lieblingsmannschaften, haben mitgefiebert und zusammen gefeiert. Für viele war das die einzige Ablenkung vom stressigen Alltag. Die Kaiser nutzten diese Versorgung und die Spiele ganz bewusst. Grosse Feste waren eine gute Gelegenheit, beliebt zu werden oder Erfolge zu feiern. Je grösser und cooler die Veranstaltungen waren, desto besser war die Stimmung im Volk. Die Kaiser wussten genau, dass ihre Macht davon abhing, ob die Leute zufrieden waren. Zwischen dem Kaiser und dem Volk entstand so eine Art „Deal“. Der Kaiser sorgte für Essen und Unterhaltung – und das Volk akzeptierte dafür seine Macht. Die Menschen konnten politisch kaum noch mitbestimmen, aber solange ihr Leben stabil war, haben die meisten das einfach hingenommen. Dieses System hatte nicht nur schlechte Seiten. Viele Menschen fühlten sich sicherer, weil sie Versorgung und Ablenkung hatten. Gleichzeitig war es aber auch ein Mittel zur Kontrolle. Ein sattes und beschäftigtes Volk stellt weniger Fragen – und protestiert seltener. Lange Zeit funktionierte dieses System ziemlich gut. Doch im 3. Jahrhundert geriet das Römische Reich in grosse Krisen. Es gab Kriege, Geldprobleme und politische Unsicherheit. Dadurch konnte der Staat die Versorgung und die Spiele nicht mehr richtig organisieren und verlor damit eines seiner wichtigsten Mittel, um das Volk ruhig zu halten.
Das System „Brot und Spiele“ als Deal und sein Ende

